Hörtipp: „Der Traum vom eigenen Roman“

Lesen sie noch oder schreiben sie schon?  Ich hatte ihn noch nie, den Traum vom eigenen Roman. Alle anderen offenbar schon. Beim Durchschauen der telefonbuchdicken Verlagsvorschauen denke ich oft: Wer zum Teufel soll das alles lesen?! Und das sind ja dann nur die, die tatsächlich einen Verlag gefunden haben – also ein Promille von jenen, die noch auf der Suche sind.

„Sie können sich fast nicht vorstellen, wie viele Manuskripte wir erhalten“, erzählt Ruth Geiger vom Diogenes-Verlag, „zwischen 4000 und 5000 pro Jahr, und das sind allein die Unaufgeforderten.“

Und doch: jedes Manuskript werde angelesen, an verschiedenen Stellen getestet wie bei einer Käseprobe, worauf dann entschieden werde, ob der Text ganz geprüft werden soll oder aber auf dem gigantischen Stapel Altpapier landet.

Wie oft gibts einen guten Fang? – „Statistisch gesehen alle zehn Jahre“. Ein unglaublicher Aufwand. Der sich manchmal doch lohnt, denn es kommt vor, dass man Perlen findet. Erich Hackl ist ein Autor, der so entdeckt wurde, und auch der Bestsellerautor Bernhard Schlink.

Werner Adams, Senior aus Wichtrach, ist ein Unentdeckter, der es mit Hartnäckigkeit und einem beträchtlichen Geldbetrag trotzdem schaffte, sein Buch herauszubringen. Wie, das erzählt er in der hörenswerten SRF1-Doppelpunkt von Felix Münger über den Traum, einen Roman zu veröffentlichen.

Viele wollen, aber längst nicht jeder kann. Der Schriftsteller Klaus Merz sagt: „Einen Roman schreiben heisst für Sprache entflammt sein.“ Die Stoffe für Romane tragen wir alle in uns, aber das Handwerk, die Sprache mache den Unterschied. „Literatur muss einen Mehrwert generieren aus einem Erlebnis oder einem Schicksal. Das gelingt den Wenigsten.“

http://www.srf.ch/sendungen/doppelpunkt/der-traum-vom-eigenen-roman

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